25.02.04

Eros Kosmos Logos

Der große Wert der Arbeit Thomas Kuhns (und der Pragmatiker vor ihm, womit ich insbesondere Haideggers "analytisch - pragmatischen" Ansatz meine) besteht unter anderem darin, dass er auf die Bedeutung aufmerksam machte, [...] die tatsächlich geübte Praxis für die Gewinnung von Wissen habe ...

Wilber, Ken: Eros Kosmos Logos: Eine Vision an der Schwelle zum nächsten Jahrtausend, 1995

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21.02.04

Hanoi (Comic bild)

S.M.: Ich habe mal 20 Trips auf einmal eingeworfen, kurz vor einem Kampfeinsatz ...

hanoi.jpg

... und wir mitten drin, kopfüber rauf und runter durch Feuerräder und Farben, die wie Musik schmeckten, eins mit dem lila Himmel!

F.F.: Und wie gings aus?

S.M.: Weiss ich nicht! Ich bin nie runtergekommen!

Freak Brothers, Chaoten auf Achse (Rotbuch Verlag 1987, 91)

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20.02.04

Geistmensch

Wenn der Geistmensch nichts tut, ist er am tätigsten. Weil es aber aussieht, als würde er nichts tun, während er nichts tut, glaubt der gewöhnliche Mensch, er würde wirklich nichts tun, der ja, wenn er nichts tut wirklich nichts tut, und er deswegen glaubt, auch der Geistmensch tue nicht, während er nichts tut.
Sie nehmen mir meinen Ernst mit ihrem Interview.
Bernhard, Thomas (paraphrasiert), Quelle Fernsehinterview


Buddha sprach zu Ananda: Der Erleuchtete unterscheidet sich dadurch, dass er
wenn Vorstellungen auftauchen, er erkennt, dass sie auftauchen, und er sie zum Verschwinden bringt.
wenn Empfindungen auftauchen, er erkennt, dass sie auftauchen, und er sie zum Verschwinden bringt.
wenn Gefühle auftauchen, er erkennt, dass sie auftauchen, und er sie zum Verschwinden bringt.

Quelle Goldstein, Joseph, Ein Dharma

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05.02.04

Proust: Zitat

"Was mir nottut, ist, mich zu konzentrieren, in die Tiefe vorzudringen, die Wahrheit zu suchen, meine ganze Seele auszudrücken, wie sie wirklich die Dinge sieht, nicht aber alle diese im Grunde ganz nebensächlichen Dinge."

Marcel Proust, grösster Schriftsteller des 20. Jahrhunderts (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit) in Jean Santeuil, seinem unveröffentlichten Jugendroman.

Ausserdem: Chatbots

Deutsche:
elbot.com
Englische:
chatomat.de
novomind.de

(Quelle: P.M. Magazin Feb.2004)

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17.11.03

Gedicht: Pessoa

A espantosa realidade das coisas
É a minha descoberta de todos os dias.
Cada coisa é o que é,
E é difícil explicar alguém quanto isso me alegra,
E quanto isso me basta.

Basta existir para se ser completo.

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Täglich entdecke ich sie wieder und wieder:
Die entsetzliche Wirklichkeit der Dinge.
Ein jedes Ding ist, was es ist,
Und es ist schwer zu erklären, wie froh mich das stimmt
Und wie sehr es mir genügt.

Dazusein genügt, um ganz zu sein.

Alberto Caeiro (FERNANDO PESSOA), übertragen von Paul CELAN

Tenho escrito bastantes poemas.
Hei de escrever muitos mais, naturalmente.
Cada poema meu diz isto,
E todos os meus poemas sâo diferentes,
Porque cada coisa que há´e uma maneira de dizer isto.

Às vezes ponho-me a olhar para uma pedra.
Nâo me perco a chamar-lhe minha irmâ.
Mas gosto dela por ela ser uma pedra,
Gosto dela porque ela nâo sente nada,
Gosto dela porque ela nâo tem parentesco nenhum comigo.

Outras vezes oico passar o vento,
E acho que só para ouvir passar o vento vale a pena ter nascido.
Eu nâo sei o que é os outros pensarâo lendo isto;
Mas acho que isto deve estar bem porque o penso sem esforco,
Nem ideia de outras pessoas a ouvir-me pensar;
Porque o penso sem pesamentos,
Porque o digo as minhas palavras o dizem.

Uma vez chamaram-me poeta materialista,
E eu admirei-me, porque nâo julgava
Que se me pudesse chamar qualquer coisa.
Eu nem sequer sou poeta: vejo.
Se o que escrevo tem valor, nâo sou eu que o tenho:
O valor está ali, nos seus versos.
Tudo isso é absolutamente independente da minha vontade.

--------------------------

Ich habe nicht wenig Gedichte geschrieben,
Und es kann sein, daß ich ihrer noch mehr schreibe.
Alle meine Gedichte sagen dasselbe,
Und dennoch sind diese Gedichte voneinander verschieden,
Denn ein jedes Ding, das besteht, ist eben nur eine Weise,
dasselbe zu sagen.

Zuweilen gebe ich mich der Betrachtung eines Steins hin.
Nicht der Gedanke, ob er wohl fühlen mag, beschäftigt mich dabei.
Auch gebe ich mir keineswegs Mühe, ihn als mein Geschwister anzusprechen.
Was ich genieße, ist sein Steinsein schlechthin.
Gerade daß er nicht fühlt, genieße ich,
Daß wir in keiner Weise verwandt sind, bereitet mir Freude.

Ein andermal höre ich den Wind vorbeiwehn,
Und dies allein: den Wind vorbeiwehn zu hören,
Lohnt, so fühle ich, die Mühe, geboren worden zu sein.
Was die andern, die dies hier lesen, darüber denken, weiß ich nicht.
Und doch dürfte es schon allein darum stimmen, weil es ohne jede Anstrengung gedacht ist,
Ohne Rücksicht auf andre, die mir dabei zuhören könnten.
Es ist ohne Gedanken gedacht
Und so gesagt, wie die Worte selber es sagen.

Früher nannte man mich einen materialistischen Dichter,
Und ich bewunderte mich selbst,
Denn daß man mich je für irgend etwas halten würde, hatte ich nicht gedacht.
Nicht einmal ein Dichter bin ich - ich weiß es.
Und hat das, was ich schreibe, Wert, so ist dieser Wert nicht der meine.
Dieser Wert ist da drin: in meinen Versen.
Und hängt in keinerlei Weise mit meinem Willen zusammen.

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12.11.03

Herbst - Haiku

Erste Schauer im Spätherbst.

Auch das Äffchen

Will sein Strohmäntelchen.


von ?

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05.11.03

Im Jahre 2003

Im Jahre 2003 wurde die Sahara schon zum großen Teil durch das
Mittelmeer bewässert
. Die Hydrokraftwerke von Gilbraltar gaben zum
erstenmal elektrische Energie an das nordafrikanische Stromnetz
ab. Seit der Liquidierung des letzten kapitalistischen Staates war
bereits eine Reihe von Jahren vergangen. [...]

Stenislaw Lem in "Der Planet des Todes", 1951

Nie mehr sollte die Wissenschaft der Herstellung von
Vernichtungsmitteln dienen. Das Zeitalter des Kommmunismus hatte sie
zum mächtigsten aller Instrumente für die Umgestaltung der Natur erhoben.

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27.10.03

LEMs Gesetz

Das sogenannte Lemsche Gesetz lautet:
"Niemand liest etwas; wenn er etwas liest, versteht er es nicht; wenn er es versteht, vergisst er es sofort."

Ausserdem herrscht folgende Gesetzmässigkeit:

"Je schlechtere Nachrichten die örtliche Presse bringt, desto grössere Freiheiten geniesst des betreffende Land, desto besser geht es dort den Menschen. Wenn also die Publizisten die Hände ringen, sich die Haare raufen, das Ende voraussagen, über den Ruin jammern, dann fliessen durch die Strassen ganze Ströme glitzernder Autos, in den Auslagen türmen sich Berge der erlesensten Fressalien, alle laufen sonnengebräunt herum, leichter findet man einen Brillanten auf der Strasse als einen armen Teufel, der gefesselt, unter Bajonetten ins Gefängnis geführt wird."

LEM, s.u.

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19.10.03

elexika: biodiversity & oceans

World Atlas of Biodiversity:
Bioatlas

UN Atlas of the Oceans:
Oceansatlas

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16.10.03

elexikon: Bestiarium Mythologicum

dasschwarze.netz

Posted by zitator at 22:06 | Comments (0) | TrackBack

14.10.03

Moon Publishers - Mare Imbrium

"Des weiteren, unter dem Eliot entnommenen Motto, daß das menschliche Dasein "birth, copulation and death" sei, folgen neue Zahlen. In jeder Minute kopulieren 34,2 Millionen Männer und Frauen. Zur Befruchtung kommt es bloß in 5,7% des Geschlechtsverkehrs, aber das gesamte Ejakulat mit einem Volumen von 45000 Litern pro Minute enthält eine Billion neunhundertneunzig Millionen (mit Abweichungen an der letzten Stelle) lebendiger Samenzellen. [...] und die Statistik stellt sie mit den 37 850 Hektolitern siedenden Wassers zusammen, die bei jedem Ausbruch der größte Geysir der Welt (im Nationalpark Yellowstone) ausstößt. Der Sperma-Geysir ist 11,3 mal so stark und sprudelt ununterbrochen, pausenlos. Das Bild ist nicht obszön."

Quelle: Lem, S. "Eine Minute der Menschheit", Frankfurt am Main 1983

Lem schreibt in seinem Buch "Eine Minute der Menschheit" eine Rezension über die fiktive Schrift "One Human Minute" von J. Johnson und S. Johnson.

Posted by emce at 19:06 | Comments (0) | TrackBack

30.09.03

Solaris: Lem über Soderbergh

In seinem neuen Buch D y L E M a t y (DiLEMmas) beschreibt Stanislaw LEM das tiefe Desinteresse, dass ihn zusammen mit den Kritikern erfasste, als er von Soderberghs Regie erfuhr, welcher seine Solaris - Fassung als Mischung aus Kubricks 2001:Odyssee im Weltraum und Bertoluccis Der letzte Tango ankündigte. Ausdrücklich stellt LEM fest, dass, hätte er eine Liebesgeschichte schreiben wollen, er sie Romanze im Weltraum und nicht Solaris genannt hätte.
Die dem Film geschuldete Auflagensteigerung seiner Werke nennt er neutral "Nebeneffekt"

Weitere Meinungen LEMs in Kürze:

* Keine positive Erwähnung der Tarkowski - Fassung von Solaris, den er neutral behandelt.

* Solaris war als Gegenraktion der allzumenschlichen Sience - Fiction geplant, deswegen tat er sich am Schluss, als alles gesagt war, schwer die menschlichen Probleme zu Ende zu bringen.

* Pynchons Patchwork "Die Enden der Parabel" konnte er nicht lesen und vergleicht ihn mit Musil, der auch keinen Erfolg gehabt hätte, wäre sein Roman zerstückelt zusammengestöpselt oder ein Fragment geblieben (was Musil ja von Reich-Ranicki vorgeworfen wird). (In diesem Sinne versteht er anscheinend wenig Spass, was das durch moderne Medien hervorgerufene Experimentieren mit Literatur betrifft.)

* Fernsehen = zu 90% stinkender Auswurf :)

Posted by boryz at 14:55 | Comments (0) | TrackBack

19.09.03

Asiapac Verlag

zhuangzi.jpg
Auf der Suche nach einem Zen - Comic stiess der Philosoph auf folgenden Verlag aus Singapur, welcher sich auf die Publikation chinesischer Kulturgeschichte im Cartoon - Format spezialisiert. Vor allem die Illustrationen von Tsai Chih Chung haben es ihm angetan (siehe Bild).
Sie site ist sehr langsam, hat man es aber geschafft einen Titel zu bestellen, darf man sich darauf freuen, ihn in wenigen Wochen in Händen zu halten.

ASIAPAC VERLAG
(Es ist NICHT notwendig, die angebotene Sprachkomponente zu installieren)

Posted by Philosoph at 13:21 | Comments (0) | TrackBack

18.09.03

Solaris

Snout: Wir brechen in den Kosmos auf, wir sind auf alles vorbereitet. das heisst, auf die Einsamkeit, auf den Kampf, auf Martyrium und Tod. Aus Bescheidenheit sprechen wir es nicht laut aus, aber wir denken uns manchmal, dass wir grossartig sind. Indessen, indessen ist das nicht alles, und unsere Bereitschaft erweist sich als Theater. Wir wollen gar nicht den Kosmos erobern, wir wollen nur die Erde bis an seine Grenzen erweitern.

[...]
Wir sind humanitär und edel, wir wollen die anderen Rassen nicht unterwerfen, wir wollen ihnen nur unsere Werte übermitteln und, als Gegengabe, ihrer aller Erbe annehmen. Wir halten uns für die Ritter vom heiligen Kontakt. Das ist die zweite Lüge. Menschen suchen wir, niemanden sonst. Wir brauchen keine anderen Welten. Wir brauchen Spiegel. Mit anderen Welten wissen wir nichts anzufangen. Es genügt unsere eine, und schon ersticken wir an ihr.

Stanislaw Lem, Solaris, 1968

Das legt Lem seinem Charakter Snout in einer emotionalen Situation in den Mund.

Posted by zitator at 23:41 | Comments (0) | TrackBack

16.09.03

Wie findest du diesen Schitt?

"Wie findest du diesen Schitt?" fragte Säure.
"Hübsch", räumt Gustav ein. "Ein wenig stahlig, vielleicht, und die Ahnung eines Bodengeschmacks hinter seinem Körper, den man zugegebenermaßen als süffig bezeichnen kann."
"Ich hätte ihn vielleicht eher spritzig genannt", widerspricht Säure, falls das ein Widerspruch ist. "Im allgemeinen aber recht bukettreich, mehr als der letzte Jahrgang, findest du nicht?"

"Ja, für eine Kreszenz aus dem Hohen Atlas hat er durchaus seine Art. Man kann ihn geradezu als kernig bezeichnen, ja sogar - wie man es bei der sauberen Qualität der Oued-Nfis-Lagen nicht selten findet - als regelrecht pikant."
"Ich würde eigentlich eher dazu neigen, seinen Ursprung an den Südhängen des Dschebel Sarho zu vermuten", sagt Säure, " beachte dasSpiel, eher glatt und blumig, und sogar eine Andeutung von Fülle in
seinem würzigen Ausdruck-"
"Neinneinnein, Fülle ist zu hoch gegriffen, der El-Abid-Smaragd von vorigem Monat hatte Fülle, doch das hier ist ganz eindeutig mehr zart als wuchtig im Charakter."
In Wahrheit sind beide so bedröhnt, daß keiner von ihnen weiß, wovon er überhaupt redet[...]

Die Enden der Parabel (Gravity's Rainbow), Thomas Pynchon

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13.09.03

Proust Anekdote

Paris, 17. Februar 1942

"Abends bei Calvet, in Gesellschaft von Cocteau, Wiemer und Poupet, der mir ein Autogramm von Proust* für meine Sammlung gab. Cocteau erzählte daraufhin von seinem Verkehr mit Proust. Er lies nie abstauben; die Flausen lagen ´wie Chinchilla´ auf dem Mobiliar. Beim Entritt wurde man durch die Haushälterin gefragt, ob man nicht Blumen mitbringe, sich parfümiert habe oder in Gesellschaft einer parfümierten Dame gewesen sei. Man fand ihn meist im Bette, aber angezogen, mit gelben Handschuhen, weil er vermeiden wollte, die Nägel abzukauen. Er gab viel Geld aus, damit die Handwerker im Hause, deren Geräusch ihn störte, nicht arbeiteten. Nie durfte ein Fenster geöffnet werden; der Nachttisch war mit Medizinen**, Inhalatoren und Zerstäubern bedeckt. Seinem Raffinement fehlte es nicht an makabren Zügen; er ging zum Schlachter und liess sich zeigen ´wie man ein Kalb absticht´."

Ernst Jünger s.u.

Anm.:
*Proust, Marcel, bedeutendster französischer Schriftsteller des 20Jh.s, u.a. "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", ca. 8000 Seiten. Für eine Kurzdarstellung des Inhalts siehe entsprechenden Sketch von Monty Python.

**u.a. Haschischtinktur?

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21.08.03

Schicksal und Strahlungen

"IN VORAUSSICHT, DASS ICH ÜBER KURZEM MIT der schwersten Forderungen
an die Menschheit herantreten muss, die je an sie gestellt wurde,
scheint es mir unerlässlich, zu sagen, wer ich bin.
[...]

WARUM ICH EIN SCHICKSAL BIN. Ich kenne mein Los. Es wird sich einmal
an meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures anknüpfen. [...]
Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit!"

Ecce homo, Friedrich Nietzsche
(im Bewusstsein seiner eigenen Geschichtlichkeit)

Sloterdijk über Nietzsche und Sprache von zitator

Paris, 14. März 1942

Eine Friseuse, mit der die Doctoresse über den Bombenangriff sprach:
"Ich habe davor keine Furcht. Die Toten haben es besser als wir."
"Das wissen Sie aber nicht."
"Doch, denn ich schließe das daraus, dass noch keiner zurückgekommen
ist."

Ernst Jünger: Strahlungen I

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20.08.03

Vermischte Gedichte

Distichen 1798

1.
Freunde, der Boden ist arm, wir müssten reichlich Samen
Ausstreun, dass uns doch nur mäßige Erndten gedeihen.

2.
Welten bauen genügt nicht dem tiefer dringenden Sinne,
Aber ein liebendes Herz sättigt den strebenden Geist.

4.
Einem gelang es - er hob den Schleyer der Göttin zu Sais -
Aber was sah er? er sah - Wunder des Wunders - Sich Selbst.

6.
Hypothesen sind Netze, nur der wird fangen, der sie auswirft.
Ist nicht America selbst durch Hypothese gefunden?
Hoch und vor allem lebe die Hypothese - nur sie bleibt
Ewig neu, so oft sie sich auch selbst nur besiegte.

NOVALIS

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04.08.03

Unregelmäßigkeiten am Telefon

"An dem Tage, an dem das Telefon streikte, beklagte sich alle Welt über Unregelmäßigkeiten und Zwischenfälle. Besonders oft kam es vor, dass die einzelnen Anrufe nicht isoliert waren, sondern sich mit denen anderer Teilnehmer kreuzten, so dass man deren Dialoge abhören und selber mitsprechen konnte. [...] Mein Apparat war in das Gespräch Fremder einbezogen worden. Nach und nach kamen noch mehrere hinzu, so dass es bald wie eine seltsame Versammlung im Dunkel wurde, bei der jeder kommen und gehen konnte und dennoch niemand wusste, wer der andere sei."(Dino Buzzati, Die Stimme)

Und so ähnlich chaotisch möge unser blog weblog werden...

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