Daß ´Star Wars´ (Krieg der Sterne) sehr von ´Dune´ (Wüstenplanet) inspiriert ist, kann nach Erscheinen der neuen Teile wohl niemand mehr bezweifeln.
Aber je näher das Erscheinungsdatum des dritten ´Herr der Ringe´-Teils rückt, um so mehr macht sich der Philosoph Gedanken, ob solch ein gewaltiges Epos dem Zugriff eines Georg Lucas entgangen sein kann. Und tatsächlich:
´Willow´, die Geschichte eines Mannes aus einem kleinen Volk (welches von Liliputanern gespielt wird - typischer Lucas ´Mut´) ist doch genau das. Der Held Willow (bei Tolkien: Frodo) bricht nach dem Finden eines Fidelkindes in die Welt der grossen Menschen auf, findet Schwertkämpfer (Pendant Aragorns), wird beschützt von guter Zauberin (=Gandalf), muss das Kind dem Zugriff der bösen Zauberin (=Saruman) entziehen. Es gibt Orcs, Trolle und Reiterheere. Charakteristisch für Lucas´ Kopierstil ist der Geschlechterwechsel, beispielsweise der Zauberer, wie auch in Star Wars praktiziert (Jedi Ritter = Bene Gesserit), die Vereinfachung der Story und das stärkere Hervorheben der märchenhaft - kindlichen Elemente. Übrigens ist Willow ein sehr sehenswerter Film.

´Froggerz´, also known as ´Froggy´, also known als ´Frog in Vienna´ under heftig construction.
Coming soon to a server far of you..
Selbstreflexion und -kritik kann man nicht genügend üben.
Deshalb in eigener Sache: Aus einer email von vor einiger Zeit...
"eine nette lektuere :)
´Stop polluting now.´ (englisch)
sehr unphilosophisch (anti-philosophisch?) der kundenorientierte
ansatz. nicht jede/r die/der etwas liest ist m/ein/e kundIn."
Das Motto: In der Kürze liegt die Würze.
Auf ´allgemeinen´ Wunsch eine Demagoge in Sloterdijk - Zitaten:
"Diogenes [von Sinope/in der Tonne; zeitgleich mit Platon] ist der eigentliche Begründer der föhlichen Wissenschaft. [..] Wieviel Wahrheit an einer Sache ist, lässt sich nach ihm am besten dadurch ermitteln, dass man sie gründlich lächerlich macht und nachsieht, wieviel Spass sie verträgt.
Denn Wahrheit ist eine spottfeste Angelegenheit, die aus jeder Ironisierung um so frischer hervorgeht. (Ist nicht der kritische Rationalismus a la Popper ein seriös missverstandener Seitenhieb des satirischen Fallibilismus?). Satire als Verfahren? Sie bezieht in jedem Fall Stellung gegen das, was man andeutungsweise das ´Hohe Denken´ nennen könnte, gegen Idealismus, Dogmatik, Grosstheorie, Weltanschauung, Erhabenheit, Letztbegründung und Ordnungsschau. All diese Formen einer herrenmässigen, souveränen und unterwerfenden Theorie ziehe die kynische Stichelei magisch an. [..] Die kynische Antiphilosophie besitzt, ausser ihrer schlagfertigen und geistesgegenwärtigen Handhabung der offiziellen, in Sprache gebundenen Bildungsgüter (Theorien, Systeme) drei wesentliche Medien, in denen sich Intelligenz von ´Theorie´ und Diskurs lösen kann: das Handeln [- meist Auswandern], das Lachen, das Schweigen [-angesichts übertriebener Handlungswut]."
Sloterdijk, s.u.
Anmerkung: Wer glaubt, die heutige Spasskultur sei es schon, greift vielleicht zu kurz. Die medialen Satiren-Rhetoriker, die zum politische Weltbild der Jungen beitragen, dienen nur der Spannungsabfuhr, damit endet ihre Aktualität. Kynischer Spass dagegen wäre lediglich das Fluidum, in welchem die praktischen Beispiele generiert werden ...
Will man heutzutage die Gesellschaft unterstützen, bleiben zwei Möglichkeiten (ausser Konsumverzicht): In einer Organisation tätig zu werden, oder selbst eine Hilfsorganisation gründen. Wenn es gilt, dem Ausufern der Politik oder der Wirtschaft entgegen zu wirken, muss man genau an besagten Stellen ansetzen.
Interessant wäre ein Experiment a la Schlingensief, der eine, zugegeben nicht reale, Partei gegründet hat. Eigentlich müsste man eine "Partei der Wachstumsrücknahme" gründen. PWR, wie klingt das? Ist es Wahnsinn, Zynismus oder schlichtwegs Dummheit? Ein dem Optinalismus verpflichtetes Denken sollte jede noch so aberwitzige Idee optional versuchen können, ohne in die Fallen des "Verurteilens" oder von "Pauschallösungen" zu tappen.
Der Parteivorstand ist dismove.org für die Möglichkeit der Veröffentlichung dieses Aufrufs dankbar! Runter von den Barrikaden!

Der Reichtum der Gegenwart ist genährt durch Schöpfen in, Gleichgültigkeit gegenüber oder Ablehnung der Vergangenheit.
Hierzu ein Cadillac für die Formel-Eins-80er-Party von Trashcave.eV
"In Frage zu stellen wäre das erhebliche Volumen des weltweiten Personen- und Warenverkehrs mit den dadurch verursachten negativen Folgen (Stichwort "Relokalisierung" der Wirtschaft). In Frage zu stellen wäre die reisserische Reklame mit ihren vielfach verheerenden Konsequenzen. In Frage zu stellen wäre schliesslich auch die Unmenge von Wegwerfprodukten und Gadgets.
[...]
Eine Vorbedingung hierfür wäre eine drastische Verringerung der Erwerbsarbeitszeit, um allen eine befriedigende Beschäftigung zu sichern. Jacques Ellul legte die Obergrenze bereits 1981 auf zwei Stunden täglich fest.
In Anlehnung an die Charta "Konsumgewohnheiten und Lebensweisheiten", die auf dem Forum der NGOs in Rio vorgestellt wurde lässt sich die Programmatik auf sechs Begriffe bringen: Neubewerten, Umstrukturieren, Umverteilen, Reduzieren, Wiederverwenden, Recyclen.
von Serge Latouche, Le Monde diplomatique
Vollständiger Artikel: Le Monde diplomatique.de taz
[...]
Markt und Profit mögen als Indikatoren für knappe Güter weiterhin ihre Berechtigung haben, doch als Grundlage des Systems haben sie abzudanken. Man mag sich fortschrittliche Etappenziele ausdenken, doch ob sie von den betroffenen "Privilegierten" einfach hingenommen würden, lässt sich ebenso schwer beantworten wie die Frage, ob sie bei den derzeitigen Opfern des Systems Zustimmung fänden, die geistig wie physisch "an der Nadel" ebendieses Systems hängen. Es sieht jedenfalls ganz danach aus, als hätte die Hitzewelle, die Südwesteuropa im Sommer dieses Jahres heimsuchte, mehr als all unsere Argumente dazu beigetragen, die Notwendigkeit einer Gesellschaft der Wachstumsrücknahme ins allgemeine Bewusstsein zu rücken."
Es leben die Grünen! Mögen sie in Deutschland ewig regieren! :)

Der französische Soziologe und Technikphilosoph Jacues Ellul war Optimist: "Es wird eine grosse Befriedigung sein, wenn wir gesunde Lebensmittel essen, weniger Lärm zu ertragen haben, in einer ausgeglichenen Umwelt leben und nicht mehr all denStrassen- und Güterverkehr aushalten müssen" Eine erste Voraussetzung für eine solche Umorientierung wäre allerdings die allgemeine Einsicht, dass kein Weg an einer Politik der Wachstumsrücknahme vorbeiführt.
[...]
Klimaveränderung und kriegerische Auseinandersetzungen um Erdöl gibt es bereits, Kriege um Wasserressourcen stehen uns bevor, biogenetische Katastrophen sind absehbar und können für wichtige Pflanzen- und Tierarten das Ende bedeuten. [...]
Die sinkende Umweltverschmutzung je produzierter Einheit wird durch den steigenden Ausstoss systematisch zunichte gemacht.[...]
Der Kulturkritiker Ivan Illich: "Die gute Nachricht ist, dass wir auf unserer Lebensweise nicht verzichten müssen, um die negativen Auswirkungen einer an sich guten Sache zu vermeiden. [ Nein, diese Sache ist schlecht, ] und es wäre ein Glück für uns, wenn wir uns von ihr abwenden würden."[...]
Der steigende Lebensstandard, von dem die meisten Bürger des Nordens zu profitieren glauben, erweist sich zunehmend als Illusion. Gewiss, sie können sich für ihr Geld mehr Waren und Dienstleistungen kaufen, doch sie verdrängen die noch schneller steigenden teils monetären, teils nichtmonetären Kosten: Die Lebensqualität (Luft, Wasser, Umwelt) wird deutlich schlechter; die moderne Lebensweise verursacht hohe Kompensations- und Reparationskosten (Arztneimittel, Verkehr, Freizeitvergnügen); die ständig knapper werdenden Güter werden ständig teurer (Mineralwasser, Energie, Grünflächen).
von Serge Latouche, Le Monde diplomatique
"Wo ihr auch immer seid, hört meine letzten Worte. Alle Welten, hört meine letzten Worte. Hört auch ihr sie, ihr Aufsichtsräte, Syndikate und Regierungen der Erde. Und auch ihr, ihr Mächte hinter jenen dreckigen, auf irgendwelchen Aborten geschlossenen Geschäften, mit denen ihr euch anzueignen sucht, was euch nicht gehört. Mit denen ihr auf ewig das Land unter den Füssen der noch Ungeborenen verschachert."
William S. Burroughs, NOVA EXPRESS, 1964
A espantosa realidade das coisas
É a minha descoberta de todos os dias.
Cada coisa é o que é,
E é difícil explicar alguém quanto isso me alegra,
E quanto isso me basta.
Basta existir para se ser completo.
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Täglich entdecke ich sie wieder und wieder:
Die entsetzliche Wirklichkeit der Dinge.
Ein jedes Ding ist, was es ist,
Und es ist schwer zu erklären, wie froh mich das stimmt
Und wie sehr es mir genügt.
Dazusein genügt, um ganz zu sein.
Alberto Caeiro (FERNANDO PESSOA), übertragen von Paul CELAN
Tenho escrito bastantes poemas.
Hei de escrever muitos mais, naturalmente.
Cada poema meu diz isto,
E todos os meus poemas sâo diferentes,
Porque cada coisa que há´e uma maneira de dizer isto.
Às vezes ponho-me a olhar para uma pedra.
Nâo me perco a chamar-lhe minha irmâ.
Mas gosto dela por ela ser uma pedra,
Gosto dela porque ela nâo sente nada,
Gosto dela porque ela nâo tem parentesco nenhum comigo.
Outras vezes oico passar o vento,
E acho que só para ouvir passar o vento vale a pena ter nascido.
Eu nâo sei o que é os outros pensarâo lendo isto;
Mas acho que isto deve estar bem porque o penso sem esforco,
Nem ideia de outras pessoas a ouvir-me pensar;
Porque o penso sem pesamentos,
Porque o digo as minhas palavras o dizem.
Uma vez chamaram-me poeta materialista,
E eu admirei-me, porque nâo julgava
Que se me pudesse chamar qualquer coisa.
Eu nem sequer sou poeta: vejo.
Se o que escrevo tem valor, nâo sou eu que o tenho:
O valor está ali, nos seus versos.
Tudo isso é absolutamente independente da minha vontade.
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Ich habe nicht wenig Gedichte geschrieben,
Und es kann sein, daß ich ihrer noch mehr schreibe.
Alle meine Gedichte sagen dasselbe,
Und dennoch sind diese Gedichte voneinander verschieden,
Denn ein jedes Ding, das besteht, ist eben nur eine Weise,
dasselbe zu sagen.
Zuweilen gebe ich mich der Betrachtung eines Steins hin.
Nicht der Gedanke, ob er wohl fühlen mag, beschäftigt mich dabei.
Auch gebe ich mir keineswegs Mühe, ihn als mein Geschwister anzusprechen.
Was ich genieße, ist sein Steinsein schlechthin.
Gerade daß er nicht fühlt, genieße ich,
Daß wir in keiner Weise verwandt sind, bereitet mir Freude.
Ein andermal höre ich den Wind vorbeiwehn,
Und dies allein: den Wind vorbeiwehn zu hören,
Lohnt, so fühle ich, die Mühe, geboren worden zu sein.
Was die andern, die dies hier lesen, darüber denken, weiß ich nicht.
Und doch dürfte es schon allein darum stimmen, weil es ohne jede Anstrengung gedacht ist,
Ohne Rücksicht auf andre, die mir dabei zuhören könnten.
Es ist ohne Gedanken gedacht
Und so gesagt, wie die Worte selber es sagen.
Früher nannte man mich einen materialistischen Dichter,
Und ich bewunderte mich selbst,
Denn daß man mich je für irgend etwas halten würde, hatte ich nicht gedacht.
Nicht einmal ein Dichter bin ich - ich weiß es.
Und hat das, was ich schreibe, Wert, so ist dieser Wert nicht der meine.
Dieser Wert ist da drin: in meinen Versen.
Und hängt in keinerlei Weise mit meinem Willen zusammen.

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5 Chambers there art to train,
For the victory over the dragon,
thou must gain.
I wonder if anybody ever managed to kill the dragon..?
"Mit dem Massenmord wollten die Faschisten den Spiegel zerschlagen, den das jüdische Volk durch sein blosses Dasein vor die faschistische Arroganz hinstellte.
Sloterdijk, s.u.
[...]
Aus dem resignierten, von Anpassung überzogenen Resistance-Erbe des modernen Judentums strahlte ins Zentrum des Faschistenbewusstseins immer noch eine so intensive Negation der Machtarroganz, dass die zur eigenen Grandiosität entschlossenen deutschen Faschisten vernichtungslager bauten, um auszurotten, was ihrer Anmassung im Wege stand. [...] Wie sollte der deutsche Messias aus dem österreichischen Nachtasyl, des sich als wiedergekehrter Barbarossa vom Kyffhäuserberge feiern liess, an seine eigene Mission glauben, solange er sich selbst mit den Augen des ´bösen Juden´, der ´alles zersetzt´, über die Schulter schaute? Kein Wille zur Macht erträgt die Ironie des Willens, auch diese Macht zu überleben."
Sloterdijk reserviert einen eigenen Begriff für den Faschismus = Zynismus des Zynismus.
Wobei Zynismus der negative Gegenbegriff zu Kynismus ist.
Es lebe Diogenes von Sinope!
o.W.
"Denn es gilt zu sehen: Heidegger wäre, seiner zentralen Denkleistung nach, auch dann kein Mann der Rechten, wenn er politisch noch verworrenere Sachen gesagt hätte, als es der Fall ist. Denn er sprengte mit seinem, wie ich es nenne, Kynismus der Zwecke als erster die utopisch-moralistischen Grosstheorien des 19. Jahrhunderts. Er bleibt mit dieser Leistung einer der Ersten in der Generation einer Neuen und Anderen Linken.
Sloterdijk, Peter, Kritik der zynischen Vernunft, 1983
Einer Linken, die sich nicht mehr an die hybriden geschichtsphilosophischen Konstruktionen des 19. Jahrhunders klammert; die sich nicht im Stil der dogmatisch-marxistischen Grosstheorie (ich ziehe diesen Ausdruck dem Wort Weltanschauung vor) für die Komplizin des Weltgeistes hält; die nicht auf die Dogmatik der industriellen Entwicklung ohne Wenn und Aber eingeschworen ist; die die borniert materialistische Tradition, die sie belastet, revidiert; die in keiner Weise mehr an dem naiven Glauben hängt, Vergesellschaftung wäre das Allheilmittel gegen die Misstände der Modernität. Ohne es wissen zu wollen (hierzulande sogar mit wütender Entschlossenheit, es nicht wahrzuhaben), ist die Neue Linke eine existentialistische Linke, eine neo-kynische Linke - ich riskiere den Ausdruck: eine Heideggersche Linke. Das ist, besonders im Land der kritischen Theorie, die ien schier undurchlässiges Tabu über den ´faschistischen´ Ontologen verhängt hat, ein ziemlich pikanter Befund. [...]
Gibt es nicht eine Fülle geheimer Ähnlichkeiten und Analogie zwischen Adorno und Heidegger? Wer könnte sagen, welcher von beiden die ´traurigere Wissenschaft´ formuliert hat?"
Der optionale Operativ:
Handle jederzeit so, dass deine Optionen vermehrt werden
(frei nach Heinz von Förster).
Ein Apfel verbessert die Aufnahme von Vitamin C um das Vielfache.
Der Tip für Sie von Kollege Dr. Strunz: 4 Zitronen ausdrücken und zusammen mit einem Apfel zu sich nehmen.
Optional (um den Geldbeutel zu schonen) kann auch Ascorbinsäure aus der Apotheke statt der Zitronen verwendet werden. Äpfel enthalten im übrigen mehrere Dutzend größtenteils unerforschter Wirksubstanzen. Nach aktuellem Forschungsstand kann Vitamin C nicht überdosiert werden. Im Gegenteil: Die körpereingenen Vitamin C - Speicher in den Nieren sind auf 300-500 mg beschränkt. Schon eine einzige Zigarette verbraucht 25 mg. Vitamin C ist aber nicht nur eine wichtige Maßnahme gegen Schadstoffe, die bei der Nahrungsverbrennung anfallenden Radikale müssen ebenfalls neutralisiert werden (Das ist nach der Abnutzungstheorie auch der Grund für die Annahme, daß die Belastung des Körpers mit jedem Gramm unnötig zu sich genommenem und verbranntem Fett ansteigt). Wegen der Speicherbegrenzung wird zu einer über den ganzen Tag verteilten, regelmäßigen Aufnahme von Vitamin C geraten.
Lehrsatz 1:
Der Optionalismus ist optional.
Definition 1:
Eine Theorie ist allgemein genau dann wenn sie auch auf sich selbst anwendbar ist (zirkulär).

Neulich im Innenhof...
Für Häuserkampf in Berlin siehe auch das Spiel Battlefield.
"In dem Begriff des Weltbürgers übergibt der antike Kynismus sein wertvollstes Geschenk an die Weltkultur.
Der kosmopolitische Weise als Träger lebendiger Vernunft wird demnach erst dann sich vorbehaltlos in eine Gesellschaft eingliedern können, wenn diese zur Weltpolis geworden ist (Anm. zitator: hoffentlich nicht Planet McDonald´s. Warum: Schlechte Industrienahrung). Bis dahin ist seine Rolle unweigerlich die eines Störers; er bleibt der Gewissensbiss jeder herrschenden Selbstzufriedenheit und die Heimsuchung einer jeden lokalen Verengung."
"Wo ihr auch immer seid, hört meine letzten Worte. Alle Welten, hört meine letzten Worte. Hört auch ihr sie, ihr Aufsichtsräte, Syndikate und Regierungen der Erde. Und auch ihr, ihr Mächte hinter jenen dreckigen, auf irgendwelchen Aborten geschlossenen Geschäften, mit denen ihr euch anzueignen sucht, was euch nicht gehört. Mit denen ihr auf ewig das Land unter den Füssen der noch Ungeborenen verschachert-
´Hört nicht auf Hassan i Sabbah´, werden sie euch sagen. ´Er will euch euren Körper und alle Freuden des Körpers nehmen. Hört auf uns. Wir bieten Den Garten der Lüste, Unsterblichkeit, Kosmisches Bewusstsein, Den Bisher Einzigartigen Rausch. Und kübelweise Liebe, Liebe, Liebe. Was haltet ihr davon Jungs? Besser als Hassan i Sabbah und sein kalter, windiger, körperloser Berg? Stimmt´s´
(gezeichnet) Inspektor J.Lee, Nova-Polizei"
Sloterdijk, s.u.
William S. Burroughs, NOVA EXPRESS, 1964
Professor Challenger, der die Erde mit seiner Schmerzmaschine zum Schreien brachte, hielt einen Vortrag, nachdem er, einem äffischen Einfall nachgebend, verschiedene geologische und biologische Fachbücher miteinander vermengt hatte. Er erklärte, dass die Erde - die Deterritorialisierte, die Eiszeitliche, das Riesenmolekül - ein organloser Körper ist. Dieser organlose Körper wird von unbeständigen und ungeformten Materien durchquert, von Strömungen in allen Richtungen. Aber das war im Moment nicht das Problem. Denn auf der Erde entstand gleichzeitig ein wichtiges und unvermeidliches Phänomen, das unter manchen Aspekten sehr nützlich, unter vielen anderen aber bedauerlich war: Die Stratifizierung.
Challenger zitierte einen Satz, von dem er behauptete, er habe ihn in einem geologischen Fachbuch gefunden, und den man auswendig lernen müsse, weil man ihn erst später verstehen könne: "Eine Stratifizierungsfläche ist eine kompaktere Konsistenzebene zwischen zwei Schichten."
Die eher missmutigen Zuhörer beklagten sich über zahlreiche Missverständnisse, Fehlinterpretationen, Widersinnigkeiten und sogar Unterschlagungen im Vortrag des Professors, trotz der Autoritäten, auf die er sich berief und die er seine "Freunde" nannte. Der Professor war im übrigen weder Geologe noch Biologe, und man hatte schon lange vergessen, was sein Fachgebiet war. Er behauptete, er hätte eine Disziplin erfunden, für die er verschiedene Namen hatte: Rhizomatik, Stratoanalyse, Schizoanalyse, Nomadologie, Mikropolitik, Pragmatik, Wissenschaft von den Mannigfaltigkeiten, aber weder Ziele noch Methode noch die Begründung für diese Wissenschaft waren erkennbar.
Um die letzten Zuhörer am Gehen zu hindern, dachte Challenger sich einen besonders epistemologischen Dialog der Toten aus, in der Art eines Marionettentheaters. Geoffroy beschwor die Missgeburten herauf, Cuvier sortierte ordentlich alle Fossilien, von Baer schwenkte Glasbehälter mit Empryos, Vialleton schnallte sich einen Terapoden-Gürtel um, Perrier führte den dramatischen Kampf zwischen Mund und Gehirn vor, etc.
Geoffroy: Der Beweis für den Isomorphismus liegt darin, dass man durch "Faltung" immer von einer Form zur nächsten gelangen kann. Vom Wirbeltier zum Kopffüssler: man muss nur die beiden Rückgratenden des Wirbeltieres zusammenbringen, man muss nur seinen Kopf zu den Füssen hinunterbeugen und sein Becken hinauf zum Nacken...
Cuvier (wütend): Das ist nicht wahr, das ist nicht wahr! Man kann nicht vom Elefanten zur Qualle gelangen, ich habe es versucht.
Der sanfte und subtile Geoffroy und der ernst und heftige Cuvier haben an der Seite von Napoleon gekämpft. Cuvier ist ein Mann der Macht und des Terrains, und das lässt er Geoffroy spüren, der seinerseits schon den nomadischen Menschen der Geschwindigkeit vorwegnimmt.
Challenger gab zu, dass er eine lange Abschweifung gemacht habe, fügte aber hinzu, dass es nicht möglich sei, das Abschweifen vom Nicht-Abschweifen zu unterscheiden. Es ging darum, in der Frage der Einheit und Verschiedenheit in ien und derselben Schicht, nämlich der organischen Schicht, zu verschiedenen Schlussfolgerungen zu kommen.
Auf die eine oder andere Weise neigt das Tier eher zur Flucht als zum Angriff, aber auch seine Fluchten sind Eroberungen, Schöpfungen.
Die meisten Zuschauer waren gegangen (als erste die Martinetisten mit der doppelten Gliederung, dann die Hjelmslevianer mit Inhalt und Ausdruck, dann die Biologen mit ihren Proteinen und Nukleinsäuren). Geblieben waren nur noch die Mathematiker, die an ganz andere Verrücktheiten gewöhnt waren, und ausserdem ein paar Astrologen, Archäologen und vereinzelte Zuhörer. Challenger hatte sich seit dem Beginn seines Vortrags auch verändert. Seine Stimme war rauher geworden und wurde manchmal von einem äffischen Husten gebrochen. Es war nicht so sehr sein Traum, menschlichen Wesen eine Vorlesung zu halten als vielmehr ein programm für reine Computer vorzustellen.
Da Schichten Gottesurteile sind, sollte man nicht zögern, sämtliche Spitzfindigkeiten der mittelalterlichen Scholastik und Theologie zu Hilfe zu nehmen.
Die Substanz ist in erster Linie eine vokale Substanz, die verschiedene organische Elemente ins Spiel bringt, nicht nur den Kehlkopf, sondern auch den Mund, die Lippen, die ganze Motorik des Gesichtes und das Gesicht als ganzes. In diesem Zusammenhang muss eine regelrechte Intensitätskarte berücksichtigt werden: der Mund als Deterritorialsierung der Schnauze; die Lippen als Deterritorialiserung des Mundes (nur Menschen haben Lippen, das heisst eine Ausstülpung der inneren Schleimhaut, nur weibliche Menschen haben Brüste, das heisst deterritorialisierte Brustdrüsen: die lange Stillzeit, die günstig für das Erlernen von Sprache ist, ist mit einer vollständigen Reterritorialisierung der Lippen auf der Brust und der Brust auf den Lippen verbunden). Was für eine merkwürdige Deterritorialisierung, bei der man seinen Mund mit Wörtern füllt und nicht mit Nahrung oder Geräuschen.
Die wissenschaftliche Welt erscheint tatsächlich als die Übersetzung aller Strömungen, Partikel, Codes und Territorialitäten der anderen Schichten in ein ausreichend deterritorialisiertes Zeichensystem, des heisst, in eine für die Sprache spezifische Übercodierung.
Wir müssen uns beeilen, sagte Challenger, bei dieser dritten Schicht kommen wir unter Zeitdruck. Hier beginnt die abstrakte Maschine sich zu entfalten, sich aufzurichten und eine Illusion zu erzeugen, die über alle Schichten hinausgeht, obwohl sie selber noch zu einer bestimmten Schicht gehört. Das ist offenbar die für den Menschen konstitutive Illusion (Für wen hält sich der Mensch?). Diese Illusion leitet sich aus der Übercodierung ab, die der Sprache immanent ist.
Aber welche Beziehung entsteht nun eigentlich zwischen Inhalt und Ausdruck, wie unterscheiden sie sich? All das existiert nur im Kopf. Und trotzdem hat es nie eine realere Unterscheidung gegeben. Sie ist nicht einfach real wie zwischen Molekülen, Dingen oder Subjekten, sie ist essentiell geworden (wie man im Mittelalter sagte), wie zwischen Attributen, Seinsweisenoder irreduziblen Kategorien: Dinge und Wörter.
Challenger wollte nun immer schneller vorankommen. Es war niemand mehr da, aber er machte trotzdem weiter. Die Veränderung seiner Stimme und seines Aussehens wurden immer deutlicher, es war etwas Animalisches in ihm, seit er angefangen hatte, über den Menschen zu sprechen. Es war noch nicht eindeutig, aber Challenger schien sich an Ort und Stelle zu deterritorialisieren. Die Liebhaber des Signifikanten beharren auf einer vereinfachten Situation als implizites Modell: Wort und Ding. Dagegen Foucault: Delinquenz ist keineswegs, auch nicht juristisch, eine Signifikant, dessen Signifikat das Gefängnis wäre. Die Ausdrucksform lässt sich übrigens nicht auf Wörter reduzieren; sie ist ein Komplex von Aussagen, die in einem als Schicht betrachteten sozialen Feld entstehen (genau das ist ein Zeichenregime). Die Inhaltsform lässt sich nicht auf ein Ding reduzieren, sondern nur auf einen Zustand von Dingen, der so komplex wie ein Machtgebilde ist (Architektur, Lebensplan etc.).
Kurz gesagt, man sollte Wörter niemals den Dingen gegenüberstellen, denen sie angeblich entsprechen sollen, und auch nicht Signifikanten und Signifikate, die angeblich übereinstimmend sind, sondern unterschiedliche Formalisierungen im Zustand eines instabilen Gleichgewichts oder wechselseitiger Voraussetzung. "Vergeblich spricht man das aus, was man sieht: das, was man sieht, liegt nie in dem, was man sagt."
Ausdruck und Inhalt können jedenfalls nicht auf Signifikat und Signifikant reduziert werden. Und (das ist das zweite Problem) sie sind auch nicht auf Basis und Überbau zu reduzieren. Sonst verkennt man das Wesen der Sprache, die nur in heterogenen Zeichenregimen existiert und die, anstatt eine Information in Umlauf zu bringen, eher widersprüchliche Befehle ausgibt.
Schliesslich gibt es noch ein drittes Problem. Es ist schwierig, das System der Schichten darzustellen, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, man wolle zwischen ihnen eine Art von kosmischer odere gar spiritueller Evolution konstruieren, so als seien sie nach Stadien geordnet und gingen durch Stufen der Vervollkommnung hindurch. Dem ist aber nicht so. Die verschiedenen Gestalten von Inhalt und Ausdruck sind keine Stadien. Es gibt keine Biosphäre oder Noosphäre, sondern überall immer nur eine und dieselbe Mechanosphäre. Die scheinbare Ordnunge kann auch umgekehrt werden, und technologische oder kulturelle Phänomene können ein guter Nährboden, eine gute Suppe für für die Entwicklung von Insekten, Bakterien, Mikroben oder sogar Teilchen sein. Das industrielle Zeitalter als Zeitalter der Insekten gesehen...
Die Konsistenzebene ist die Abschaffung aller Metaphern; alles was besteht ist real.
Wir müssen zusammenfassen, bevor wir unsere Stimme verlieren. Challenger kam zum Ende. Seine Stimme war unerträglich schrill geworden. Er konnte kaum noch atmen. Seine Hände waren zu langen Zangen geworden, die nichts mehr festhalten konnten, aber noch unsicher auf etwas zeigten. Es waren zuhörer zurückgekommen, aber sie waren nur Schatten oder Vagabunden. "Haben sie gehört? Das ist eine Tierstimme." Wir müssen zusammenfassen, fixieren, die Terminologie festlegen so gut es geht, nur so.
Es war vorbei. Das Ganze würde erst später eine konkrete Bedeutung bekommen. Entgliedert, deterritorialisiert murmelte Challenger, er werde die Erde mitnehmen, er werde in eine geheimnisvolle Welt aufbrechen, seinen Garten der Gifte. Er flüsterte noch: Wilde Flucht lässt die Dinge voranschreiten und die Zeichen wuchern. Niemand hatte die Zusammenfassung gehört, und niemand versuchte, Challenger aufzuhalten. Challenger, oder was von ihm übriggeblieben war, eilte langsam der Konsistenzebene entgegen und folgte dabei einer bizzaren Bahn, die schon an nichts mehr gebunden war.
Guattari & Deleuze, 10 000 v. Chr. Geologie der Moral (Für wen hält sich die Erde?). in: Kapitalismus und schizophrenie II. Tausend Plateaus, 1980
Es gibt ungefähr 50 000 internationale NGOs.
In Deutschland existieren 70 000 Selbsthilfegruppen mit 3 Millionen aktiven Mitgliedern, insgesamt sind 15 Millionen Deutsche ehrenamtlich tätig, weitere 15 Millionen würden sich ehrenamtlich betätigen, wenn es entsprechende Möglichkeiten gäbe.
link: Wegweiser Bürgergesellschaft
In den ländlichen Gegenden Indiens sind in den letzten Jahren eine Reihe so genannter "Graswurzeluniversitäten" entstanden, "deren Geistesblitze heute eine 10000 Patente umfassende Datenbank füllen."
Dachorganisationen der Zivilgesellschaft, d.h. gemeinsam agierende NGOs, mit zum Teil politischer Mitsprache sind in Schweden, Thailand und Zimbabwe tätig.
Beispiel für politische Mitsprache in Brasilien: In der 1,3 Millionen - Stadt Perlo Alegro entscheiden die Bürger auf insgesamt sechzehn Stadtteilversammlungen über 20% des Stadtbudgets. Wurden früher vor allem Prestigebauten realisiert, sind seit Einführung der Mitsprache 60 neue Schulen entstanden und alle Wohnungen mit fliessendem Wasser ausgestattet worden.
Quelle P.M. Magazin
"Vielleicht ist das ´Verdienst des Terrorismus´ - um frivol zu sprechen -, die katastrophilen Strömungen wenigstens hier und dort dingfest und erkennbar gemacht zu haben. Auf das Deutliche kann man sich beziehen. [...]
Hier war geschehen, was ans Lebensgefühl rührte. Ein namenloser Hunger nach Dramatik in der Geschichte und eine verzweifelte Sucht nach dem Konflikt an der richtigen Front hatte die Gemüter verwirrt [...]
Sloterdijk, Peter, Kritik der zynischen Vernunft, 1983
Die Medien und die Staatsstimmen einigten sich spontan und umfassend auf den seriösen Ton der Entrüstung und Betroffenheit. Unter Millionen veröffentlichter Sätze drang an kaum einer Stelle die atmosphärische Massenwahrheit durch; diese bestand [...] in einer flackernden Gefühlsambivalenz, in der sich Existenzängste und Katastrophenlüste ununterscheidbar vermischten. Die Gier der Berichterstattung, die masslose Breite der Diskussion und das Übermass an staatlichen und privaten Reaktionen, auch nachträglich betrachtet, eine unmissverständliche Sprache."
Im Jahre 2003 wurde die Sahara schon zum großen Teil durch das
Mittelmeer bewässert. Die Hydrokraftwerke von Gilbraltar gaben zum
erstenmal elektrische Energie an das nordafrikanische Stromnetz
ab. Seit der Liquidierung des letzten kapitalistischen Staates war
bereits eine Reihe von Jahren vergangen. [...]
Stenislaw Lem in "Der Planet des Todes", 1951
Nie mehr sollte die Wissenschaft der Herstellung von
Vernichtungsmitteln dienen. Das Zeitalter des Kommmunismus hatte sie
zum mächtigsten aller Instrumente für die Umgestaltung der Natur erhoben.