Die Schrift entwickelte sich nicht zwangslaeufig, sondern diente zu aller erst den Interessen eines Herrschaftsapparates (und erst in zweiter Linie der Wirtschaft). Viele Gesellschaften haben, bzw. hatten, Schutzmechanismen um eine Herrschaftsbildung zu vermeiden. Insoferne kann man nicht von 'zurueckgebliebenen Voelkern' sprechen, da sie es lediglich vermieden, komplexere Strukturen zu etablieren, die, historisch gesehen, letztlich immer Zwangsapparate waren.
Quellen: Richard Rorty, Philosophie der Zukunft. Claude Levi-Strauss, Triste Tropen; Gespraeche mit G. Chardonnier.
Der 'Abscheu' der Jugend vor grossen Teilen der Schriftkultur, und vor allem vor dem ueberlieferten Kanon, spiegelt nach Meinung des Zitators die 'instinktive' Erfassung des Umstands, dass Schrift nur Herrschaftsinstrument ist.
Posted by zitator at 16.03.04 21:34 | TrackBackWir werden alle unterdrückt! Keine "Macht" für irgendwen und Übergang in den herrschaftslosen Zustand...jetzt!
Posted by: Scanner at 17.03.04 15:09