10.12.03

Klimatologie 3

"Die Triftigkeit und Zukunftsgemässheit der langfristig gewachsenen Furchthaltungen gilt es zu prüfen. ... Nach der Abschaffung der Sklaverei im 19.Jahrhundert zeichnet sich für das 21. oder das 22. eine weitgehende Auflösung der herrischen Relikte ab - niemand wird glauben, dass dies ohne intensive Konflikte geschehen kann; es ist nicht ausgeschlossen, dass sich das reaktionäre Herrische noch einmal zu einem neuartigen Modus von Faschismus verbünden wird. Die Ingredienzien hiervon sind vor allem in der US-amerikanischen Massenkultur päsent. Doch wie ihre Heraufkunft ist das Scheitern solcher Reaktionen vorhersehbar.

... Aber ... die über ein Weltalter gewachsenen Gewohnheiten und Zwänge zur vergewaltigenden Einteilung komplexer Verhältnisse lösen sich nicht über Nacht auf; die Kulturen, in denen der Verdacht und das Ressentiment an der Macht sind, gedeihen regional intensiv weiter. Egoistische Identitätskonstrukte tragen das Ihre dazu bei, die generösen Potentiale zu blockieren, die vom Denken der Mehrwertigkeit ... und... der Vielheiten ... entbunden werden können. Solange dies gilt, bleibt das Überholte anschlussfähiger, als ihm zukommt. Deshalb streben Rohsubjekte weiter nach der Verfügung über Rohstoffe. Die Reaktion bleibt eine Weltmacht (hallo Dim! ;). Muss man betonen, dass es an der schöpferischen Intelligenz liegt, die Reaktion zu widerlegen?"

Sloerdijk, p. 232, s.u.

Posted by Philosoph at 10.12.03 17:22 | TrackBack
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