Vorgeschichte: Wie Herden- und Gruppenbildung bei Tieren (und Pflanzen) den Individuen im Inneren der Herde (v.a. Weibchen und Jungen) erste Schutzfunktionen vor Witterung (lebende Windpaslisaden) und Gefahren, durch den ´Schutzwall´ der am Rand befindlichen Individuen, ermöglicht, so stellten Hominiden der Altsteinzeit durch den Einsatz von Wurf-, Schlag- und Schneidetechniken, ´harten Mittel´ also, ein Binnenklima für ihre Mitglieder her, welches eine Abkopplung von äusseren Auslesefaktoren ermöglichte -> Der mobile Ort, die Lichtung (Heidegger).
Das Wohnen: "Unter Perspektiven der Evolutionstheorie ist die umweltdistanzierende Praxis der Vormenschen und erst recht der beginnende Menschen immer schon eine spontane Genmanipulation - Selbstbehausungstechnik mit der Nebenwirkung Menschwerdung. [...] Weil Menschen nur als Geschöpfe des Wohnens vorkommen, sind sie instabiler, flüssiger, ihrer Art untreuer als je ein Tier vor ihnen. Aber sie sind deswegen keineswegs ´wesenlos´. Sie sind wesenhaft verwöhnt und wesenhaft dazu disponiert, ihre Verwöhnung mit äusserstem Einsatz zu verteidigen. [...] Der Mensch ist folglich von Anfang an und überall ein Hybrid oder [...] ein Decadent - Produkt einer unbewussten Domestikation, Zustand einer Drift, in der die Artmerkmale auf dramatische Weise ins Fliessen geraten. Dass dieser weitgehend unbemerkten, steigernden, verfeinerten Grundtendenz der Humanevolution in zahlreichen Kulturen Histu"...grfkrszzzz
to be continued..
Sloterdijk, Peter, p. 197ff, Domestikation des Seins. in: Nicht gerettet. Versuche nach Heidegger. Suhrkamp 2001
Posted by Philosoph at 08.12.03 11:23 | TrackBack