17.11.03

Gedicht: Pessoa

A espantosa realidade das coisas
É a minha descoberta de todos os dias.
Cada coisa é o que é,
E é difícil explicar alguém quanto isso me alegra,
E quanto isso me basta.

Basta existir para se ser completo.

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Täglich entdecke ich sie wieder und wieder:
Die entsetzliche Wirklichkeit der Dinge.
Ein jedes Ding ist, was es ist,
Und es ist schwer zu erklären, wie froh mich das stimmt
Und wie sehr es mir genügt.

Dazusein genügt, um ganz zu sein.

Alberto Caeiro (FERNANDO PESSOA), übertragen von Paul CELAN

Tenho escrito bastantes poemas.
Hei de escrever muitos mais, naturalmente.
Cada poema meu diz isto,
E todos os meus poemas sâo diferentes,
Porque cada coisa que há´e uma maneira de dizer isto.

Às vezes ponho-me a olhar para uma pedra.
Nâo me perco a chamar-lhe minha irmâ.
Mas gosto dela por ela ser uma pedra,
Gosto dela porque ela nâo sente nada,
Gosto dela porque ela nâo tem parentesco nenhum comigo.

Outras vezes oico passar o vento,
E acho que só para ouvir passar o vento vale a pena ter nascido.
Eu nâo sei o que é os outros pensarâo lendo isto;
Mas acho que isto deve estar bem porque o penso sem esforco,
Nem ideia de outras pessoas a ouvir-me pensar;
Porque o penso sem pesamentos,
Porque o digo as minhas palavras o dizem.

Uma vez chamaram-me poeta materialista,
E eu admirei-me, porque nâo julgava
Que se me pudesse chamar qualquer coisa.
Eu nem sequer sou poeta: vejo.
Se o que escrevo tem valor, nâo sou eu que o tenho:
O valor está ali, nos seus versos.
Tudo isso é absolutamente independente da minha vontade.

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Ich habe nicht wenig Gedichte geschrieben,
Und es kann sein, daß ich ihrer noch mehr schreibe.
Alle meine Gedichte sagen dasselbe,
Und dennoch sind diese Gedichte voneinander verschieden,
Denn ein jedes Ding, das besteht, ist eben nur eine Weise,
dasselbe zu sagen.

Zuweilen gebe ich mich der Betrachtung eines Steins hin.
Nicht der Gedanke, ob er wohl fühlen mag, beschäftigt mich dabei.
Auch gebe ich mir keineswegs Mühe, ihn als mein Geschwister anzusprechen.
Was ich genieße, ist sein Steinsein schlechthin.
Gerade daß er nicht fühlt, genieße ich,
Daß wir in keiner Weise verwandt sind, bereitet mir Freude.

Ein andermal höre ich den Wind vorbeiwehn,
Und dies allein: den Wind vorbeiwehn zu hören,
Lohnt, so fühle ich, die Mühe, geboren worden zu sein.
Was die andern, die dies hier lesen, darüber denken, weiß ich nicht.
Und doch dürfte es schon allein darum stimmen, weil es ohne jede Anstrengung gedacht ist,
Ohne Rücksicht auf andre, die mir dabei zuhören könnten.
Es ist ohne Gedanken gedacht
Und so gesagt, wie die Worte selber es sagen.

Früher nannte man mich einen materialistischen Dichter,
Und ich bewunderte mich selbst,
Denn daß man mich je für irgend etwas halten würde, hatte ich nicht gedacht.
Nicht einmal ein Dichter bin ich - ich weiß es.
Und hat das, was ich schreibe, Wert, so ist dieser Wert nicht der meine.
Dieser Wert ist da drin: in meinen Versen.
Und hängt in keinerlei Weise mit meinem Willen zusammen.

Posted by zitator at 17.11.03 13:04 | TrackBack
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