"Mit dem Massenmord wollten die Faschisten den Spiegel zerschlagen, den das jüdische Volk durch sein blosses Dasein vor die faschistische Arroganz hinstellte.
Sloterdijk, s.u.
[...]
Aus dem resignierten, von Anpassung überzogenen Resistance-Erbe des modernen Judentums strahlte ins Zentrum des Faschistenbewusstseins immer noch eine so intensive Negation der Machtarroganz, dass die zur eigenen Grandiosität entschlossenen deutschen Faschisten vernichtungslager bauten, um auszurotten, was ihrer Anmassung im Wege stand. [...] Wie sollte der deutsche Messias aus dem österreichischen Nachtasyl, des sich als wiedergekehrter Barbarossa vom Kyffhäuserberge feiern liess, an seine eigene Mission glauben, solange er sich selbst mit den Augen des ´bösen Juden´, der ´alles zersetzt´, über die Schulter schaute? Kein Wille zur Macht erträgt die Ironie des Willens, auch diese Macht zu überleben."
Sloterdijk reserviert einen eigenen Begriff für den Faschismus = Zynismus des Zynismus.
Wobei Zynismus der negative Gegenbegriff zu Kynismus ist.
Es lebe Diogenes von Sinope!
Posted by zitator at 16.11.03 13:42 | TrackBack