30.09.03

Solaris: Lem über Soderbergh

In seinem neuen Buch D y L E M a t y (DiLEMmas) beschreibt Stanislaw LEM das tiefe Desinteresse, dass ihn zusammen mit den Kritikern erfasste, als er von Soderberghs Regie erfuhr, welcher seine Solaris - Fassung als Mischung aus Kubricks 2001:Odyssee im Weltraum und Bertoluccis Der letzte Tango ankündigte. Ausdrücklich stellt LEM fest, dass, hätte er eine Liebesgeschichte schreiben wollen, er sie Romanze im Weltraum und nicht Solaris genannt hätte.
Die dem Film geschuldete Auflagensteigerung seiner Werke nennt er neutral "Nebeneffekt"

Weitere Meinungen LEMs in Kürze:

* Keine positive Erwähnung der Tarkowski - Fassung von Solaris, den er neutral behandelt.

* Solaris war als Gegenraktion der allzumenschlichen Sience - Fiction geplant, deswegen tat er sich am Schluss, als alles gesagt war, schwer die menschlichen Probleme zu Ende zu bringen.

* Pynchons Patchwork "Die Enden der Parabel" konnte er nicht lesen und vergleicht ihn mit Musil, der auch keinen Erfolg gehabt hätte, wäre sein Roman zerstückelt zusammengestöpselt oder ein Fragment geblieben (was Musil ja von Reich-Ranicki vorgeworfen wird). (In diesem Sinne versteht er anscheinend wenig Spass, was das durch moderne Medien hervorgerufene Experimentieren mit Literatur betrifft.)

* Fernsehen = zu 90% stinkender Auswurf :)

Posted by boryz at 30.09.03 14:55 | TrackBack
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