13.09.03

Proust Anekdote

Paris, 17. Februar 1942

"Abends bei Calvet, in Gesellschaft von Cocteau, Wiemer und Poupet, der mir ein Autogramm von Proust* für meine Sammlung gab. Cocteau erzählte daraufhin von seinem Verkehr mit Proust. Er lies nie abstauben; die Flausen lagen ´wie Chinchilla´ auf dem Mobiliar. Beim Entritt wurde man durch die Haushälterin gefragt, ob man nicht Blumen mitbringe, sich parfümiert habe oder in Gesellschaft einer parfümierten Dame gewesen sei. Man fand ihn meist im Bette, aber angezogen, mit gelben Handschuhen, weil er vermeiden wollte, die Nägel abzukauen. Er gab viel Geld aus, damit die Handwerker im Hause, deren Geräusch ihn störte, nicht arbeiteten. Nie durfte ein Fenster geöffnet werden; der Nachttisch war mit Medizinen**, Inhalatoren und Zerstäubern bedeckt. Seinem Raffinement fehlte es nicht an makabren Zügen; er ging zum Schlachter und liess sich zeigen ´wie man ein Kalb absticht´."

Ernst Jünger s.u.

Anm.:
*Proust, Marcel, bedeutendster französischer Schriftsteller des 20Jh.s, u.a. "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", ca. 8000 Seiten. Für eine Kurzdarstellung des Inhalts siehe entsprechenden Sketch von Monty Python.

**u.a. Haschischtinktur?

Posted by zitator at 13.09.03 19:49 | TrackBack
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Posted by: commentator at 14.09.03 17:52
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