Wie sie sehen können herrscht bei uns strenge Qualitätskontrolle. Es ist nicht an mir das Schicksal zu hinterfragen. Trotzdem will ich ihnen meine jüngsten Erlebnisse nicht vorenthalten:
Gerade komme ich von einer kleinen Zusammenkunft zurück bei welcher ein Gedanke ausgesprochen wurde, den ich so vertreten noch nicht gehört habe. Wenn ich es richtig verstanden habe (zwischen den Zeilen) handelte es sich darum, dass heutzutage die Aufteilung der Gesellschaft in starre Segmente, sprich Bauer, Händler etc. nicht mehr greift und deswegen selbst Benennungen für Gruppen wie Punks, Hippies, Grufties, Raver, Prols, Künstler etc. irrelevant geworden sind, mögen sie auch erst in den 70/80er Jahren entstanden sein und zu der Zeit ihre Berechtigung gehabt haben. Die Kernaussage war, dass aus diesem Grund die Bezeichnungen selbst obsolet geworden sind und deswegen abgeschafft gehören.
Nun versteht jeder worauf das Argument abstellt: Unsere Zeit des Crossover (o.T.) verhindert eine eindeutige Zuschreibung weswegen es besser ist ganz darauf zu verzichten, weil man sonst Gefahr läuft den Individuuen im günstigsten Fall unrecht zu tun bzw. von Sachen redet, denen eine reale Grundlage entzogen ist.
Aber, und nun folgt das Gegenargument, sind erstens solche Bezeichnungen geschichtlich gewachsen und gehören folglich in das Jetzt konstitutiv dazu (siehe U-Bahn Werbung: "Die Vergangenheit geht bis Jetzt" ;) weil sie überhaupt erst einen Rahmen aufspannen in der Gesellschaft passieren kann. Zweitens weil sie als Fülle der Welt einen "Mehrwert" schaffen und es deswegen einfach schade ist sie abzuschaffen, die sie doch das eigentliche Salz in der Suppe sind.
Das wäre so als ob jemand argumentieren würde, dass es ja keinerlei Redundanzen in der Sprache bedarf weil ein Wort genügt um die Sache, das Prädikat zu bezeichnen. Aber was ist wenn auf den ersten Satz eine zweiter folgt in dem das selbe Wort gebraucht wird - wir würden über den Stil stöhnen.
Was beweisbedürftig ist?